viac tla ladinia

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Die Anfänge der ladinischen Literatur

Die Ladiner pflegten über Jahrhunderte ausschließlich die mündliche Weitergabe ihres Erzählgutes. Die ersten literarischen Texte entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese Verspätung hat zwei Gründe: einmal die geographische Abgeschiedenheit bzw. das Fehlen eines kulturellen Zentrums, vor allem aber die schwierigen Lebensbedingungen. Die wichtigste Sorge galt der Ernährung der Familie.
Zu den ersten Werken zählen Übersetzungen aus der Bibel, Sammlungen von Sprichwörtern, Sagen und Entwürfe für eine Grammatik. Die ersten ladinischen Autoren sind Vertreter des Klerus, welche das Priesterseminar in Brixen besuchen. Zu den gelehrten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts zählen für das Gadertal Micurà de Rü und Jambatista Alton, für das Fassatal Giuseppe Brunel und Hugo de Rossi, für Gröden Wilhelm Moroder-Lusenberg und Archangelus Lardschneider-Ciampac. Einer der ersten ladinischen Dichter ist der gebürtige Enneberger und Grundschullehrer Angelo Trebo (1862-1888).
Nach dem Zweiten Weltkrieg erscheinen die ersten Übersetzungen bedeutender Werke ins Ladinische, sowie zahlreiche literarische Werke, insbesondere Gedichte in ladinischer Sprache. Es entstehen neue Formen der Dichtung, die ihren Platz neben der bisherigen Volkspoesie und den Jahrbüchern finden. Die Autoren entwickeln zunehmend eine Sprache, die auf die Bedürfnisse der neuen Generationen eingeht.
Nach dem Erscheinen der ersten Romane beginnt eine Zeit der Literatur, die sich der Außenwelt öffnet und den Ideenaustausch zwischen den ladinischen Autoren ermöglicht.




1631

  Das erste schriftliche Zeugnis des Sella-Ladinischen ist eine Verordnung aus dem Jahr 1631.

1864


Im Jahr 1864 veröffentlicht der Pfarrer von  St. Ulrich, der gebürtige Fassaner Josef Anton Vian, die erste Grammatik für das Grödner-Ladinische.

1878


Das erste, vollständig in Ladinisch verfasste Buch ist die “Storia d’S. Genofefa” von Jan Matî Declara.

1905


In Innsbruck wird die Union Ladina gegründet, die erste interladinische
Vereinigung in Tirol.
Wilhelm Moroder veröffentlicht die Zeitung “L’amik di Ladins” (drei Ausgaben).

1908


Es erscheint die Zeitung “Der Ladiner” (zwei Ausgaben).

1911


In Gröden beginnt die Veröffentlichung der Jahrbücher in ladinischer Sprache, die als Lokalchronik für die Familien konzipiert sind. Die Jahrbücher werden ab 1948 wieder herausgegeben.

1920


Vertreter aus allen ladinischen Tälern kommen auf dem Grödner-Joch zusammen, um das Selbstbestimmungsrecht einzufordern.

1946


Es entsteht die politische Bewegung Zent Ladina Dolomites, die aber nur von kurzer Dauer ist.

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